Buch-Review

Timothy Ferriss: Die 4 Stunden Woche

Timothy Ferriss: Die 4 Stunden Woche
26. Dezember 2016 felix

Der absolute Klassiker unter den Startup-Büchern: Mit viel Humor, provokanten Denkanstößen und erprobten Tipps erklärt Ferriss, wie sich die 4-Stunden-Woche* bei vollem Lohnausgleich verwirklichen lässt. Absolut lesenswerte Pflichtlektüre!

Seiten

352

Preis

9,99 €

Autor

Tim Ferriss

Inhalt

Das Buch teilt sich in 4 Hauptkapitel auf, die seiner selbst entwickelten Erfolgsformel DEAL entsprechen. Bei diesen 4 Kapiteln handelt es sich um:

D wie Definition
Hier beleuchtet der Autor zunächst die gegenwärtige Situation (Bestandsanalyse). Wieso sind die (beruflichen) Konventionen so wie so sind? Welchen Zwängen unterwerfen wir uns im Berufsalltag mit fast schon hingebender Demut, ohne sie zu hinterfragen?

E wie Eliminieren
Eliminieren ist laut Ferriss das A und O, um, was die eigene Arbeitsauslastung angeht, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen. Er erklärt hier die rigorose Anwendung des Pareto-Prinzips, mit welchem mit nur 20% des Aufwandes 80% der Ergebnisse erzielt werden können.

A wie Automation
Hier geht es darum, wie man Arbeiten outsourced (im beruflichen, wie auch im privaten Bereich) und Einkommensquellen aufbaut, die fast von alleine funktionieren. Die elektronischen Hilfsmittel sind hier vor Allem im Kontext des Internets ein hervorragendes Tool und Werkzeug, auf das Ferriss ausgiebig eingeht.

L wie Liberation (Befreiung)
Hier geht Ferriss vielfältig auf die Möglichkeiten ein, sich, sein Geld und seine Meta auf das nächste Level zu bringen. Wie schaffe ich es, trotz (oder gerade mit) passivem Einkommen ein glückliches und vollkommenes Leben zu führen?

Mein persönliches Highlight zu Beginn des Buches waren die „FAQ für Zweifler“. Hier schafft es Ferriss tatsächlich, viele Zweifel aus dem Weg zu räumen, die ich vor Lesen des Buches geschürt hatte.

Was mir gefallen hat

  • Praxisnahe, gut umsetzbare Tipps, die keine „Alles oder nichts“ Einstellung zum Thema Unternehmertum bzw. Selbstständigkeit voraussetzen.
  • Einfache, klar strukturierte und verständliche Sprache. Alles in Allem ein Buch, dass sich relativ leicht lesen lässt, aber trotzdem eine unglaublich hohe Contentdichte aufweist.
  • Schöne, passende Parabeln und Beispiele aus der täglichen Praxis, die nicht weit hergeholt, sondern authentisch und nachvollziehbar erscheinen.
  • Wer Ferriss kennt, weiß, dass es sich nicht um „hohles Geschwätz“ oder „theoretische Wissenschaft“ handelt. In seinem Buch schafft er es, den Leser mit auf seine „Journey“ zu entführen und maximal authentisch an die Hand zu nehmen.

Was mir nicht gefallen hat

  • Der Buchtitel hält nicht das, was er verspricht. Wenn Ferriss tatsächlich nur vier Stunden pro Woche arbeiten würden, würde er an diesem Buch vermutlich noch heute schreiben.
  • Das Buch gibt nur die Grundlagen effektiven Outsourcings und Automatisierens wider. Für Experten wird wenig neuer Content dabei sein
  • Teilweise sind die Beispiele etwas übertrieben. Ferriss schildert beispielsweise die Möglichkeit, einen Ehestreit mit der Frau an einen indischen Assistenten outzusourcen.

Die Top fünf Takeaways

  • „Die meisten Dinge bewirken überhaupt nichts.“ (Seite 92)
  • „Stellen Sie sich regelmäßig die Frage, ob Sie gerade Dinge erfinden, um das Wichtige zu vermeiden?“ (Seite 101)
  • „Meetings sollten überhaupt nur stattfinden, um Entscheidungen zu treffen.“ (Seite 124)
  • „Automatisieren Sie niemals etwas, was eliminiert werden kann, und delegieren Sie niemals etwas, was automatisiert oder optimiert werden kann.“ (Seite 153)
  • „Nehmen Sie sich einen Assistenten, auch wenn Sie keinen brauchen!“ (Seite 168)

Meine Lieblingsstelle

Besonders eindrucksvoll fand ich die Fabel vom amerikanischen Geschäftsmann, der in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf auf Anordnung seines Arztes Ferien macht. An der Mole trifft er einen Fischer und fragt ihn, warum er nicht länger zum Fischen draußen bleibe. Der erklärt ihm, dass er genug gefangen hat, um seine Familie zu ernähren. Der Amerikaner fragt den Fischer, was er den ganzen Tag mache. Der antwortet, dass er lange schläft, paar Fische fängt, mit seinen Kindern spielt, mit seiner Frau Siesta macht und abends ins Dorf geht, wo er sich mit seinen Freunden trifft und Wein trinkt. Da lacht der Amerikaner und erklärt ihm, wie der Fischer ein ganzes Imperium aufbauen könnte. Der Fischer fragt immer weiter nach und am Ende erklärt der Amerikaner triumphierend, dass der Fischer am Ende sein Imperium verkaufen könne, um dann lange zu schlafen, ein paar Fische zu fangen, mit seinen Kinder zu spielen, mit seiner Frau Siesta zu machen und abends die Freunde im Dorf zu treffen.

Fazit

Umsetzbarkeit 9/10
Stil 10/10
Innovation 10/10

Die vier Stunden Woche* ist das perfekte (Einsteiger-) Buch, für alle, die das nine to five Hamsterrad verlassen wollen, um nebenberuflich oder Vollzeit als Unternehmer durchzustarten. Hierfür gibt Ferriss dem Leser alle Werkzeuge an die Hand, um ein nachhaltiges und skalierbares (Online-) Business aufzubauen. Interessante Denkansätze werden vor Allem im Bereich der Automatisierung und des Outsourcings vorgestellt. Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren wird Ferriss hier ganz konkret und liefert praktikable Tips, wie beispielsweise den Aufbau einer kompletten Fulfillment oder Dropshipping Kette.

So - das war's! Hat Dir der Artikel gefallen? Habe ich etwas vergessen? Oder fällt Dir ein gutes Buch ein, das ich unbedingt rezensieren soll? Lass es mich einfach in den Kommentaren wissen! Ich lese sie alle - versprochen.
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Timothy Ferriss: Die 4 Stunden Woche
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Timothy Ferriss: Die 4 Stunden Woche

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