Buch-Review

Anja Förster & Peter Kreuz: Zündstoff für Andersdenker

Anja Förster & Peter Kreuz: Zündstoff für Andersdenker
24. Juli 2017 Fabian Fröhlich

Du möchtest mit deinem Leben Spuren hinterlassen? Du möchtest Veränderungen vorantreiben? Du möchtest, dass Deine Firma innovativer wird?

Wenn deine Antworten „JA“ sind, dann ist Zündstoff für Andersdenker* genau das Richtige für Dich. Das Buch von den Managementvordenkern Anja Förster & Peter Kreuz hilft auch, Dich zum Gestalter zu machen. Zündstoff für Andersdenker* hilft, Dein eigenes Denken und Handeln zu hinterfragen und zu entwickeln.

Kein Scheiß – als ich Zündstoff für Andersdenker* das erste mal gelesen habe, hat mein Gehirn vor Kreativität nur so geglüht. Es blieb auch nicht bei nur einmal lesen und ich hoffe, dass es Dir genauso gehen wird. Für meine unabhängige Rezension wurde mir das Buch netterweise kostenfrei zur Verfügung gestellt. Viel Spaß mit meiner kuren Zusammenfassung.


Seiten

173

Preis

24,90 €

Autor

Anja Förster & Peter Kreuz

Inhalt

Zündstoff für Andersdenker* ist in 8 Hauptkapitel aufgebaut.

Zu Beginn wird das sogenannte „innere Spiel“, also der Mindset, verändert. Es gibt schließlich keine Tätigkeit, die jeder von uns mit etwas Eigeninitiative nicht besser machen könnte. Hierfür ist es wichtig, sein Optimum zu geben, wodurch man auch nicht verlieren kann und man das „innere Spiel“ gewinnt. Hierfür ist das Konzept des „Wabi-Sabi“ sehr hilfreich. Dieses besagt, dass der Charakter von Dingen mehr geschätzt wird, als deren innere Fassade. Ein Appell für mehr Ecken und Kanten. Seid einzigartig und seid stolz drauf! Das Schöne daran ist auch noch, dass es eure Entscheidung ist, außergewöhnlich zu sein.

Im zweiten Kapitel geht es darum, wie man mit weniger Gepäck besser vorankommt. Man neigt viel zu sehr dazu, Dinge immer auf die gleiche Art und Weise zu tun (z.B. immer den selben Weg nach Hause fahren). Deshalb sollte man süchtig nach Premieren, also nach ersten Malen werden. Es bringt auch nichts, sich mit anderen zu vergleichen, denn irgendjemand ist immer besser. Vor allem im planungsverrückten Deutschland macht es auch mal Sinn, auf den Terminkalender zu scheißen und alle Perfektion über Bord zu werfen. „Das Leben ist wie Jazz. Es ist am schönsten, wenn man improvisiert.“

Der dritte Teil besteht aus dem Freiheitsmanifest, welches folgende Teile enthält.

  • Wirtschaft heißt Andersdenken
  • Neue Formen der Zusammenarbeit
  • Raum für Selbstentfaltung für Mitarbeiter
  • Experimentieren, experimentieren, experimentieren
  • Mehr Verschiedenartigkeit und Vielfalt
  • Unordnung ist nötig für Ideen
  • Die eigene Identität finden
  • Die eigene Haltung macht den Unterschied
  • Andersdenken ist gefordert

Im nächsten Teil werden, gelinde gesagt, gängige Personalentscheidungen in Frage gestellt. Gesucht werden Quereinsteiger, die nicht im System „gefangen“ sind. Diese Quereinsteiger, auch sogenannte „Zero Gravity Thinker“ lassen sich nicht von Etabliertem zurückhalten. Mark Zuckerbergs Regel bezüglich Personalentscheidungen für Mitarbeiter in seinem direkten Umfeld lautet, dass er nur Leute einstellt, für die er auch gerne selber arbeiten würde. Auch hier gilt wieder, dass ein heterogener Aufbau der Teams besser für die Kreativität ist. Also gerne auch mal Leute einstellen, die aus dem Raster fallen.

Der nächste Teil handelt von der Mitarbeiterführung. Diese sollen sich öfter mal von alten Dogmen lösen und mehr auszuprobieren. Getreu des Prinzips des Produktlebenszyklus gilt es, sich über neues Gedanken zu machen, wenn man kurz vor dem Höhepunkt steht, da man dann in Zeiten des Abschwungs neues liefern kann. Hierfür ist es wichtig, zu versuchen, sich selbst zu kannibalisieren – soll heißen, das eigene Geschäftsmodell selbst zu zerstören. Genau hierfür ist dann auch Sicherheit von Seiten des Chefs notwendig.

Teil sechs beschreibt, wie eine gute Firmenkultur aussehen sollte. Die erste interessante Sache ist hier der Fakt, dass Firmenkultur einer Strategie stets überlegen ist. Für eine kreative Kultur ist es wichtig, den Mitarbeitern Freiraum zu geben, in welchem diese selber Zeit zum Experimentieren haben und auch mal Unsinniges zuzulassen. Besonders geil ist die „Not-to-do-Liste“, die besagt, was man in einem Unternehmen nicht tun sollte, um der Bürokratie einen Riegel vorzuschieben.

Der Nächste Abschnitt beschreibt ziemlich gut den Inhalte von Zero to one* von Peter Thiel . Die Kernaussage ist, dass man sein Geschäft so aufbauen sollte, dass man ohne Konkurrenz ist (zumindest für eine bestimmte Zeit). Also wo ist Dein krasser USP? Hierfür ist es notwendig, bestehende  Dinge in einer völlig neuen Art und Weise zu verbinden. Wobei wir wieder bei dem Punkt „Andersdenken“ aus dem Freiheitsmanifest wären.

Gegen Ende geht es dann um die Motivation. Hierbei hilft der Gedanke, dass eine oft unbegründete Angst vor Misserfolg extrem zurückhält. In der heutigen Zeit von Glamour wird nur noch der Erfolg von gezeigt, dabei stecken bei allen Erfolgen hinter den Kulissen auch viele Misserfolge. Deshalb ist es notwendig, mehr wie ein Wissenschaftler zu denken. Diesem liefert jedes Experiment wichtige Informationen, auch wenn es nicht das richtige Ergebnis brachte. Die Information, was nicht funktioniert, ist eben so wichtig.

Was mir gefallen hat

  • Sehr, sehr schöne Beispielgeschichten, die die Theorie wunderbar erklären. So wie zum Beispiel die Geschichte des ROBBENFICKERS.
  • Die einzelnen Punkte sind immer mit sehr schönen Zitaten, die man gut sich gut merken kann, untermauert.
  • Andersdenken ist in Zündstoff für Andersdenker* mit den Überpunkten eigener Mindset, Personalentscheidungen und Unternehmenskultur ziemlich hollistisch gedacht.
  • Die Verantwortung, den Funken zu entfachen, wird einem selbst übergeben und nicht an irgendeine Geschäftsführung ausgelagert. Gerade heute hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, seinen Chef mit einem fertigen Produkt und nicht mit einer Idee zu überzeugen.

Was mir nicht gefallen hat

  • Teilweise wiederholen sich manche Punkte. Allerdings ist es ja auch nicht so schlimm, Gutes mehrmals zu lesen.
  • Der Aufbau ist etwas unstrukturiert.
  • Der Misserfolg wird teilweise etwas zu sehr glorifiziert. Misserfolg ist Misserfolg und sollte nicht gewünscht sein, nur hingenommen werden.

Die Top fünf  Takeaways

  • „Wir können nur so gut sein wie wir es selbst zulassen“
  • „Neues entsteht erst, wenn Verbindungen geschaffen werden, die so nicht vorgesehen waren“
  • „Jeden Tag etwas neu und anders machen/lernen“
  • „Heterogenität mehr fördern – nicht alles durchstrukturieren und planen“
  • „Es lohnt sich, häufiger mal konsequent ketzerisch zu sein“

Das größte Learning

„Life is wonderful and funny“

Fazit

Umsetzbarkeit 10/10
Stil 8/10
Innovation 6/10

Lese dieses Buch und Deine Neuronen werden übertrieben feuern. Aber auch beim Thema Andersdenken und Kreativität ist es so, dass man es machen muss und sich nicht mit irgendwelchen Phrasen selbst täuscht. Es hilft auch der Ansatz, dieses Thema wie einen Muskel zu betrachten, der trainiert werden muss und natürlich nicht am ersten Tag schon perfekt ist.

So - das war's! Hat Dir der Artikel gefallen? Habe ich etwas vergessen? Oder fällt Dir ein gutes Buch ein, das ich unbedingt rezensieren soll? Lass es mich einfach in den Kommentaren wissen! Ich lese sie alle - versprochen.
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Anja Förster & Peter Kreuz: Zündstoff für Andersdenker
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Anja Förster & Peter Kreuz: Zündstoff für Andersdenker

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